Sterne fotografieren

Wie man Sterne fotografiert, findet man auf etlichen Internetseiten. Daher wird der folgende Artikel für “Profis” nichts Neues sein.

Hier einige allgemeine Dinge, die für ein Projekt ganz hilfreich sein können:

  • Warme Sachen mitnehmen!
  • Ersatz Akku
  • Taschenlampe
  • Fern Auslöser
  • Ausrichtung Nord
  • Stabilisator deaktivieren
  • Fokussieren: Manuel

Milchstraße fotografieren: Kamera Einstellungen

  • Weitwinkelobjektiv F/2,8 10-30 Sek.
  • ISO:  1600/3200
  • Manuell fokussieren!

Benutze Live-View

Um dir einige nerv-tötende Versuche beim Fokussieren der Milchstraße im Dunkeln zu ersparen, benutze die Live-View-Funktion deiner Kamera. Damit kannst du den Fokus manuell auf einen hellen Stern einzustellen. Zudem kannst du auch die Entfernungsmarkierungen auf deinem Objektiv (falls vorhanden) benutzen, um eine hyperfokale Entfernung einzustellen.

 Fange mit ISO 3200 an

 Wie schon im ersten Schritt erwähnt, ist ein hoher ISO-Wert zwingend notwendig, um genug Licht für ein helles Bild der Milchstraße zu erhalten. Unter typischen Bedingungen ist ISO 3200 ein guter Anfang. Je nachdem, wie gut sich das mit den anderen Kamera-Einstellungen verträgt, kannst du den Wert dann heben oder senken.

Wenn du die Milchstraße fotografieren willst, ist eine lange Verschlusszeit notwendig. Auf diese Weise kannst du mehr Licht einfangen und die Belichtung verbessern. Es gibt da nur ein Problem: Dem Planet ist es egal, ob du zum ersten Mal Astrofotografie betreibst. Er wird sich weiter drehen, was bei einer zu langen Verschlusszeit bedeutet, dass sich später Sternspuren auf deinen Bildern zeigen. Wenn es das ist, was du willst, sind Sternspuren nichts Schlechtes – auf Fotos von der Milchstraße sind sie allerdings eher unerwünscht.

 Milchstraße Belichtungszeit berechnen – Lange Verschlusszeit und 500er-RegelUm die Sterne als Punkte darzustellen, nutze die „500er-Regel“. Diese besagt, dass du die Brennweite deines Objektivs durch 500 teilst. Wenn du also ein 24mm-Objektiv mit einer Vollformatkamera benutzt, stellst du die Verschlusszeit auf 20 Sekunden ein (500/24 = 20,83).Wenn du mit einer Crop-Kamera arbeitest, stell sicher, dass du den Crop-Faktor (üblicherweise 1,5 bei Nikon und Sony, 1,6 bei Canon) berücksichtigst. Wenn du zum Beispiel ein 24mm-Objektiv bei einer Nikon Crop-Kamera benutzt, landest du bei einer Brennweite von 36 mm (24×1,5 = 36). Die 500-Regel ergibt dann eine Verschlusszeit von 13 Sekunden (500/36 = 13,89).Einige Fotografen plädieren für die sehr ähnliche 600-Regel statt der 500-Regel. Aber diese Frage hängt – ohne jetzt näher auf die Mathematik dahinter eingehen zu wollen – von der eigenen Wahrnehmung ab. Kurz gesagt: bleib bei der 500-Regel. Vor allem, wenn du großformatige Bilder drucken willst. Wenn du dich in dem Bereich erfahrener fühlst und etwas experimentiert hast, merkst du vielleicht, dass die „600-Regel“ für dich besser funktioniert (was für Internet-Bilder kein Problem sein sollte) und kannst dann definitiv mit dieser weiterarbeiten.

 Benutze eine weite, offene Blende

 Denk immer daran: Du musst dir so viel Licht wie möglich zu Nutze machen! Tiefenschärfe ist hier kaum Thema. Wenn das Bild zu unscharf wird, musst du abzublenden. Deshalb ist es so wichtig, von Anfang an ein schnelles und lichtstarkes Objektiv zu nutzen. Wenn deine Linse bei f/1.4 viel zu weich ist, kann die Umstellung auf f/2 das Motiv schärfer zeigen, ohne ernsthafte Auswirkungen auf das Licht in der Linse zu haben.

 So erreichst du eine gute Belichtung

 Höchstwahrscheinlich wirst du mit der Belichtung deines ersten Bildes nicht zufrieden sein. Wenn du außerdem mit dem Fokus oder der Komposition unzufrieden bist, korrigiere zuerst diese beiden Faktoren, bevor du dich mit der Belichtung erneut auseinandersetzt.

 Wenn die Belichtung nicht „richtig“ ist, muss zuerst das Problem identifiziert und von da aus ausprobiert werden. Bei zu massivem Rauschen im Bild solltest du den ISO-Wert reduzieren. Wenn das Bild überbelichtet ist, schau dich in der Umgebung um, ob irgendwo eine künstliche Lichtquelle die Ergebnisse verfälscht. Reduziere dann die Verschlusszeit, blende ab oder reduziere den ISO-Wert. Ist dein Foto unterbelichtet, kontrollier noch einmal, ob du die weiteste Aufblende benutzt, die du hast, erhöhe die Verschlusszeit (aber Vorsicht vor Sternspuren) oder erhöhe den ISO-Wert.

Viel Spaß!

P.s.: Der Harzer Oliver Henze hat auf seiner homepage ein gutes Tutorial zum Thema “Sternenfotografie”.

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